Kommunikationsakustik ist der Forschungs- und Entwicklungsbereich der Akustik, der sich mit modernen Informations- und Kommunikationssystemen beschäftigt.
Zur zielgerichteten Gestaltung kommunikationsakustischer Systeme spielt die Ermittlung der Benutzererwartung eine entscheidende Rolle. Neben der Gesamtfunktionalität des Systems bezieht sie sich auf das spezielle Hörverhalten bei der Systembenutzung. Die Aufgabe besteht darin, auditive Erwartungsprofile von Benutzergruppen zu erstellen und diese in akustische Systemprofile umzusetzen. Dazu werden umfangreiche Daten erhoben und analysiert.
Die Datensammlung ist zentraler Bestandteil für weitere Grundlagenforschung. Diese hat zum Ziel, kommunikative Verhaltensreaktionen auf akustisch-auditive Ereignisse zu systematisieren. Ein wesentliches Kriterium für diese Systematisierung ist der Vorgang der Bedeutungszuweisung beim Gebrauch von Informations- und Kommunikationssystemen. Dieses Wissen ist grundlegend für die mathematische Modellierung kommunikationsakustischen Hörerverhaltens etwa zur Unterstützung von Systementwürfen, zur Spezifikation von instrumentellen Messverfahren und / oder für das Akustik-Design.
Nun hören wir Menschen aber nicht nur, sondern wir sind multimodale Empfänger. Bei der multimodalen Wahrnehmung ist zu beobachten, dass in manchen Kommunikationskontexten eine Wahrnehmungsmodalität von einer oder mehreren anderen dominiert wird. Das gilt natürlich auch für auditive Ereignisse. Entsprechend sind Hörgegenstände nicht nur Funktion von akustischen Ereignissen, sondern auch von visuellen, taktilen, haptischen, olfaktorischen und gustativen.
Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Vibro-Akustik behandeln wir zunächst die Frage, wie sich Hören eigentlich ereignet, wenn wir gleichzeitig taktil wahrnehmen. Auch dieses Wissen findet Anwendung im Bereich der System- und Produktgestaltung und trägt in erheblicher Weise zur Entwicklung von akustisch-auditiven Messverfahren bei.