Fehlerfrüherkennung an Spinnmaschinen Ziel dieses Forschungsprojektes war es, einen bevorstehenden Ausfall von beweglichen Maschinenteilen an Spinnmaschinen mit Hilfe eines HMM-Klassifikators zu diagnostizieren. Bei bestimmten Bauteilen (in unseren Versuchen: gummierte Oberwalzen und Lager in einem Streckwerk) führt schon eine gewisse Abnutzung zu periodischen Garnfehlern, die unbedingt vermieden werden sollen. Bisher erfolgt die Fehlerdiagnose durch Sichtkontrollen und akustische Wahrnehmung von Schadgeräuschen während regelmäßiger Inspektionen. Die automatische Körperschalldiagnose soll die Kontrolle unterstützen und zuverlässige Aussagen zum Zustand von Bauteilen möglich machen. Grundlage sind Änderungen im Schwingungsspektrum des jeweiligen Teils im Vergleich zu intakten Bauteilen. Diese Änderungen sollen mit Hilfe eines portablen Maschinendiagnosegerätes erkannt und Aussagen zum Verschleißzustand getroffen werden. Im Gegensatz zu anderen akustischen Diagnoseverfahren wird dabei aus einer Stichprobe typischer Signalverläufe ein stochastisches Strukturmodell gebildet, welches die zeitliche Abfolge von Signalereignissen berücksichtigt und das zu modellierende Signal nicht nur als statisch betrachtet. Die zu untersuchenden Daten werden von einer sich in Entwicklung befindlichen autarken Sensorbaugruppe bereitgestellt, die Körperschallsignale aufzeichnet und dem Diagnosegerät drahtlos übermittelt. Für die Positionierung und Entwicklung der Sensorbaugruppe sind fortlaufend Aussagen in Bezug auf Änderungen zu bisherigen Klassifikationsergebnissen notwendig. Deshalb wurde eine Datenbank mit Körperschallsignalen des Versuchsstreckwerkes aufgebaut. Für die Erhebung stehen 6 Walzen unterschiedlichen Zerstörungsgrades (2 neuwertige und 1 defekte Walze, sowie 3 mittleren Zerstörungsgrades) zur Verfügung. Mit Hilfe eines HMM-basierten Signalmodells ist es zum gegenwärtigen Zeitpunkt am Versuchsstreckwerk möglich, die intakten und gänzlich defekten Walzen klar zu erkennen. Ein technologischer Schwerpunkt dieses Projekts ist die Analyse vorhandener und Entwicklung neuer Merkmalextraktionsverfahren für die Klassifikation mittels HMMs.
Prüfung von gesinterten Zahnrädern In dieser Studie wurde eine Gut-/Schlechtanalyse gesinterter Zahnräder durchgeführt. Dabei wurde der Klang des Zahnrades (Frequenzspektrum, Abklingverhalten) bei definierter Anregung durch einen Ultraschallimpuls mit Hilfe des in diesem Projekt entwickelten HMM-Klassifikators bewertet. Jede Aufnahme wurde gleichzeitig mit zwei unabhängigen Sensoren durchgeführt. Die besondere Schwierigkeit der Aufgabe bestand darin, dass nicht nur grobe Fehler wie Ausbrüche oder Risse gefunden werden sollten, sondern auch winzige Einschlüsse oder geringfügige Kontamination des Rohmaterials. Die Abbildung zeigt ein typisches Fehlerbild.
Akustische Zustandsüberwachung von Magnetventilen Für den Einsatz von mikrofluidischen Bauelementen, wie z. B. Ventile, in Bereichen, bei denen ein Ausfall unerwartete, teilweise auch unvorhersehbare Folgen haben kann, ist die Erkennung eines bevorstehenden Ausfalls von großer Bedeutung. Dazu wurden 2 Dauerversuche durchgeführt, bei denen jeweils 8 Ventile zyklisch geöffnet und geschlossen wurden. Anhand der dabei aufgezeichneten Schaltgeräusche sollte eine Aussage über die zu erwartende Restlebensdauer der einzelnen Ventile ermittelt werden. Aufgrund der deutlich ausgeprägten Signalstruktur ist hier der Einsatz von Verfahren zum automatischen Strukturlernen nützlich.
Akustische Zustandsüberwachung von Eisenbahnrädern Dieses am Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren Dresden (IZFP-D) durchgeführte Projekt befasste sich mit einem neuartigen Verfahren zur in-situ-Überwachung von Eisenbahnrädern durch Auswertung der Laufgeräusche beim normalen Betrieb (herkömmliche Verfahren testen die Räder nur während der Wartung). Ziel ist es, Fehler am Rad sofort zu detektieren und somit auf akute Störfälle reagieren zu können. Das IZFP-D entwickelte eine spezielle Messsonde (siehe Abbildung) mit acht gleichmäßig auf dem Umfang verteilten Körperschallsensoren. Schäden auf der Lauffläche des Rades führen zu periodischen Störungen der Messsignale. Eine umlaufsynchrone Signalmittelung über viele Radumdrehungen beseitigt zufällige Störungen (z. B. Schienenstöße u. ä.) Ein vom Institut für Akustik und Sprachkommunikation der TU Dresden untersuchter Ansatz zur Fehlerdetektion besteht in der statistischen Klassifikation der Laufgeräusche. Dazu wurde im einfachsten Fall ein HMM mit zwei Zuständen (OK und FEHLER) trainiert. Nachteil dieses Ansatzes ist, dass Daten fehlerhafter Räder zum Modelltraining benötigt werden. Abhilfe schafft eine Abwandlung des Verfahrens, welche nur die Ähnlichkeit zur Klasse OK ermittelt und bei zu geringer Ähnlichkeit eine Fehlstelle detektiert. Die Experimente zeigten, dass mit Hilfe statistischer Verfahren Fehler an Eisenbahnrädern anhand der Laufgeräusche erkannt und lokalisiert werden können. Ein technologischer Schwerpunkt dieses Projekts war eine angepasste Merkmalextraktion für den HMM-Klassifikator.
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| Partner: mufin GmbH, Musikempfehlungs- und Musikerkennungstechnologie |
Bewertung und Beurteilung von Musikinstrumenten anhand von Solomusikstücken
Ziel dieses Forschungsprojektes war es unter anderem, mit Hilfe statistischer Klassifikatoren Musikinstrumente anhand des beim Instrumentenspiel entstehenden Schallsignals zu beurteilen und zu vergleichen. Bislang basierten alle instrumentellen Ansätze zu einer solchen Beurteilung auf physikalischen Modellen beziehungsweise auf künstlichen Anspielvorrichtungen. Die automatische Beurteilung von Musikinstrumenten anhand gespielter Musik sollte zunächst spielerunabhängig, im zweiten Schritt zusätzlich melodieunabhängig und im dritten Schritt dazu noch raum- und aufnahmeunabhängig sein. Es wurde eine Datenbasis mit Anspielen von jeweils zehn Gitarren, Violinen, Klarinetten und Trompeten aufgenommen. Jedes der 40 Instrumente wurde in zwei Räumen, von fünf Musikern, mit drei unterschiedlichen Stücken und je einer Wiederholung (also insgesamt 60 Mal) aufgenommen.
Voraussetzung für die Beurteilung eines Instruments ist das sichere Erkennen individueller Instrumente unabhängig von Spieler, Melodie und Aufnahmebedingungen. Ist dies erfolgreich möglich, können relativ einfach automatisch „objektive“ Ähnlichkeiten zwischen Instrumenten bestimmt werden. Das Projekt ergab als ein wesentliches Ergebnis, dass die beschriebene statistische Modellierung für bestimmte Instrumente hervorragend (z. B. Gitarren 94 - 99 %, Violinen 96 - 98 % Erkennungsrate eines aus 10 Instrumenten), für andere weniger gut (z. B. Trompeten 33 - 97 % Erkennungsrate eines aus 10 Instrumenten) geeignet ist.
| Finanzierung: | Bmbf |
| Partner: | Institut für Musikinstrumentenbau Zwota |
| weitere Informationen: | Abschlussbericht (PDF) |
Nichtinvasive Blutdruckmessung am aktiven Menschen
Ziel dieses Projekts war die automatische akustische Blutdruckmessung am Oberarm mit Druckmanschette und elektronischem Stethoskop (bestehend aus zwei in die Manschette integrierten Spezialmikrofonen) anhand der so genannten Korotkoff-Geräusche (siehe Abbildung). Diese Geräusche bestehen aus vier unterscheidbaren Phasen, der Beginn der ersten Phase sowie das Ende der letzten Phase markieren den systolischen und diastolischen Blutdruck.
Mit Hilfe eines HMM-basierten Signalmodells wurden das Korotkoff-Geräusch im Stethoskopsignal automatisch lokalisiert und aus der Position die Blutdruckwerte berechnet. Befindet sich der Patient in Ruhe, liefert das Verfahren eine gute Genauigkeit. In Bewegung (Fitnessübungen) entstehen durch Muskeln und Gelenke starke Störgeräusche. Bei der Blutdruckmessung unter solchen Bedingungen konnte eine immer noch akzeptable Genauigkeit erzielt werden. Ein technologischer Schwerpunkt dieses Projekts war eine angepasste Merkmalextraktion für den HMM-Klassifikator.
| Auftraggeber: | Gesundheitstechnik Stier, Neuruppin |
Analyse von Nutztierlauten
Ausgehend von den dynamischen Eigenschaften eines biogenen Schallsignals wurde unter Nutzung der Erfahrungen der Sprachanalyse eine Methode zur numerischen (Tier-) Lautsignalanalyse erarbeitet. Bei der Lautanalyse werden aus den von einem FFT-Spektrumanalysator aus dem Lautsignal erzeugten Spektrenfolgen in einem zweistufigen Verfahren Parameter abgeleitet.
In der ersten Stufe werden für jedes Spektrum der Spektrenfolge fünf Parameter 1. Ordnung zur Bewertung der Energieverteilung im Spektrum berechnet ... .
Die zweite Stufe extrahiert aus den Verlaufskurven der Parameter 1. Ordnung über den Laut die Parameter 2. Ordnung, welche spezifische Eigenschaften des Lautes in einem Zahlenwert wiedergeben.
Durch eine Normierung über die Lautdauer ... wurden neue Möglichkeiten für einen Vergleich der komplexen Frequenzmuster als Ganzes geschaffen. So wurden aus einem Vergleich mit den folgenden Lauten für jeden Laut neue Parameter zur Beschreibung der Dynamik der Lautfolge ermittelt.
Mit dieser Methode wurden ... Verlassenheitslaute von ... Küken an (mehreren) Beobachtungstagen untersucht. Dabei konnten (u. a.) als typische Merkmale ... ein Frequenzsprung im Verlauf der Grundfrequenz, die asymmetrische Verteilung der Energie über die Lautdauer und eine hohe Tonalität der Laute festgestellt werden.
(Aus: Marx, G.: Entwicklung einer Methode zur numerischen Lautanalyse. Diss., Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1993.)